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BeitragVerfasst: 07.04.2008, 11:42 
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Guten Morgen,

ich kann mich dem nur anschließen, ein wegweisendes Treffen, das am Sonntag würdig mit Rotbier der Hausbrauerei Altstadthof beendet wurde.

Ich werde noch einiges dazu schreiben, aber leicht zeitversetzt, da ich gerade viel um die Ohren habe.

_________________
Viele Grüße
Helmut Haug

LIFE WITHOUT ZINFANDEL IS HELL!
(auf eigenen Wunsch reaktiviert)


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BeitragVerfasst: 07.04.2008, 12:01 
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Auch von mir schon mal danke an Alle, für ein grandioses Wochenende. Auch ich werde mich noch mal ausführlicher melden. Dieter und Claudia, wir waren in unseren Gedanken des Öfteren bei euch.
Das einzig miese an diesem Wochenende war, dass ich mein Bier von Harald in der Weinhalle hab stehen lassen. :ll Harald, bitte verzeih mir und gib mir noch eine Chance.

Grüße,
Tommy


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BeitragVerfasst: 07.04.2008, 12:23 
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Moderator "Wein & Essen"

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Oh Tommi, oh Tommi....
was mach ich nur mit Dir ???
Also: das DU eine Kiste Bier stehen lässt, hätte ich mir nicht träumen lassen. Aber jetzt kenn ich auch diese Seite an Dir. Wichtig wäre nur: sag Martin Bescheid, damit er das Bier nutzt. Für Kollegen etc. Soll ja nicht schlecht werden. Dir bringe ich dann bei Gelegenheit eine neue Kiste nach Frankfurt mit. Mal sehen, wie Du das 'ausgleichen' wirst...
Zum Samstag: Großes Kino. Ein Jahresauftakt nach Mass. Viel zu entdecken - viel zum nachdenken. Was mich persönlich am stärksten beeindruckt hat, war die Frische des Montepulciano. Darüber wird noch separat zu reden sein. Vor allem im Hinblick auf Rebsorten. Es scheint doch so, dass bei 'Naturwein' die Rebsorte weniger wichtig ist. Sie ist aus meiner Sicht eigentlich mehr oder weniger ein Medium für den Boden . Aber kein primärer Geschmacksfaktor mehr. Reden wir aber gerne noch drüber.

Ein großer Abend, ein hervorragend aufgelegter Martin, ein wunderbarer Koch - hochkonzentrierte Mittrinker. War einfach klasse.

LG

Harald

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de gustibus est disputandum !


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BeitragVerfasst: 07.04.2008, 13:32 
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Hallo Thommy,

das Bier steht jetzt bei Paulaner !!!!!

Liebe Grüße
Peter


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BeitragVerfasst: 07.04.2008, 14:00 
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Interessante Weine, Menschen und Diskussionen - sehr entspannt und ganz großes Kino.

@all: :*

TS

PS: Warum haben wir hier aktive und passive Mitglieder, die sich so ein event entgehen lassen...:m


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BeitragVerfasst: 07.04.2008, 16:50 
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Moderator "Wein & Essen"

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...@ Thilo: damit wir zwei mehr zu trinken haben. Trotz Tommy.... :bd

Harald

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BeitragVerfasst: 07.04.2008, 22:25 
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Moderator "Weine aus Österreich"

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Lehrreich und entspannt, Spaß und Grübeln, dazu ein großzügiger und bestens aufgelegter (obwohl kein Fußballfan) Gastgeber und ein 5-Sternekoch, der uns verwöhnt, was will man mehr? Naja - apropos Fußballfan, wenn man so fragt, die 3 Punkte zurück vom Glubb!

Mein vinologisches Highlight des Tages, der ja schon vormittags in Winningen bei Reinhard Löwenstein begann, war kein einzelner Wein, sondern vielmehr die Bestätigung, dass die besten Weine keine 100 Punkte aus Maryland brauchen, sondern eine Lage, den Boden, einen Jahrgang und die Menschen dahinter reflektieren sollen. Und davon hatten wir viele im Glas! Details später.

Gruß von den Gestaden des Zürichsees
Peter


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BeitragVerfasst: 08.04.2008, 10:27 
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Trotz (oder vielleicht gerade wegen :ni ) der Weiterführung des Abends in einer Coyote Ugly Bar - ein durchaus gelungener Abend.

Für mich waren unzählige neue Erfahrungen dabei und es hat mir sehr viel Spaß gemacht in einer so angenehmen Runde! Freue mich schon auf ein nöchstes Mal - und dann hoffentlich wieder mit Euch, Dieter! :sk

Liebe Grüße
Cordula

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Man lernt nie aus!


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BeitragVerfasst: 08.04.2008, 12:06 
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Salut!

Für alle, die nicht teilgenommen haben zumindest und zunächst einmal eine Wiedergabe der "Degustationsblätter" von MK. Wir haben jeweils blind verkostet.

Verkostung avantgardistischer Weißweine
sämtlich spontan vergoren, keinerlei önologische Manipulation,teilweise ungeschwefelt, alle nidrig geschwefelt, langer Ausbau auf der Vollhefe ohne Mostvorklärung, Ausbau im Holzfaß/Amphore

1. 2005 Arbos "Les Graviers" (Chardonnay), St. Tissot, Jura, Kalk
2. 2004 Soula blanc Vin de Pays, Gauby, Roussillion, Granit
3. 2001 Vielles vignes blanc , Grenache blanc, Do, Gauby, Roussilion, Schiefer
4. 2006 MunJebel bianco 3, Frank Cornelsen, Sizilien, Sand,Lehm, Urgestein,, ungeschwefelt, Amphore
5.2006 Pico bianco (Garganega), Angiolino Maule, Veneto, Garnit, ungeschwefelt, Amphore
6.2006 Manon blanc (Carignan blanc , Grenache blanc), Clos Marie Pic St. Loup, Languedoc, Kalk
7.2001 Saumur bland "Breze", Chnein blanc,,,Clos Rougeard, Foucault, Loire, Tuff
8. 2005 Riesling, "RuppertsbergerHoheberg" Faß no.57, K&U Naturwein Projekt, Bürklin-Wolf, Pfalz, Lehm, Kalk, Granit
9. Und Peter V. hatte noch einen Amphorenwein dabei, leider habe ich meinen Verkostungszettel nicht vorliegen

Sodann
Veränderung durch Biodynamik in und demselben Rotwein
Es wurden verkoset die Jahrgänge 1999, 2000, 2001, 2004 und 2005 vom
Metairies du Clos, Pic St. Loup, Clos Marie , Languedoc also vom Genossenschafts-Chemiebomer, über massive Bodenbearbeitung, dem Einsetzten der biodynamischen Behandlung mit Tees und Hornkieselspritzungen.

Und danach war übrigens FTnK.

Für´s Erste und herzliche Grüße

Peter


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BeitragVerfasst: 08.04.2008, 23:28 
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Moderator "Weine aus Österreich"

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Peter Jonas hat geschrieben:
9. Und Peter V. hatte noch einen Amphorenwein dabei, leider habe ich meinen Verkostungszettel nicht vorliegen

Das war ein 'Vitovska' 2005 von Ben Zidarich aus dem Karst etwas oberhalb von Triest. Übrigens kein Amphorenwein, sondern lange Maischegärung (15-20 Tage), langer Ausbau auf der Vollhefe im großen Holzfass, unfiltriert und ich glaube kein Schwefel.

Ciao
Peter


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BeitragVerfasst: 10.04.2008, 11:49 
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Peter Jonas hat geschrieben:
Hallo Thommy,

das Bier steht jetzt bei Paulaner !!!!!

Liebe Grüße
Peter


Danke, ich werde dir eine Danksagung in der FAZ abdrucken.

Grüße,
Tommy


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BeitragVerfasst: 11.04.2008, 17:14 
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Moderator "Weine aus Österreich"

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Hi there,

so ich fang' mal an mit meinen unwesentlichen Eindrücken zum Naturwein-Flight. (In Klammern der Versuch eines Ratings.)

    1. 2005 Arbos "Les Graviers" (Chardonnay), St. Tissot, Jura, Kalk
    2. 2004 Soula blanc Vin de Pays, Gauby, Roussillion, Granit
    3. 2001 Vielles vignes blanc , Grenache blanc, Do, Gauby, Roussilion, Schiefer
    4. 2006 MunJebel bianco 3, Frank Cornelsen, Sizilien, Sand,Lehm, Urgestein,, ungeschwefelt, Amphore
    5.2006 Pico bianco (Garganega), Angiolino Maule, Veneto, Garnit, ungeschwefelt, Amphore
    6.2006 Manon blanc (Carignan blanc , Grenache blanc), Clos Marie Pic St. Loup, Languedoc, Kalk
    7.2001 Saumur bland "Breze", Chenin blanc,,,Clos Rougeard, Foucault, Loire, Tuff
    8. 2005 Riesling, "RuppertsbergerHoheberg" Faß no.57, K&U Naturwein Projekt, Bürklin-Wolf, Pfalz, Lehm, Kalk, Granit
    9. 2005 Vitovska, Zidarich, Karst / Friaul, wasserdurchlässiger Kalk, rote Erde


Mein Favorit war die Nummer 7 - Foucault - (den Wein hab' ich hier gleich für die aktuelle Weinrallye missbraucht), unglaublich transparent mit einem Mouthfeeling, wie ich es selten erlebt habe. (A-)
Der für mich "leckerste" Wein war die Nummer 2 - Soula: speckig mit trockenen Marillen, sehr offen. Im Mund ausgesprochen saftig, im Vergleich weniger intellektuell und anstrengend, sehr salzig hinten raus. (A--)
Spannend und beobachtenswert war auch die Nummer 6 - Clos Marie, vor allem nach Verfliegen der initialen Böcksernoten. Unglaubliche Frische, vielleicht der animierendste Wein der Probe. (B+)
Ähnlich gut fand ich die Nummer 9 - Zidarich: auch hier ein anfänglicher Böckser, der rasch verfliegt, erst zurückhaltende Nase, die sich im Laufe der Zeit definiert, im Mund apfelig mit feinkörniger Mineralik. Der Wein hatte aufgrund des Transports einen klaren Temperaturvorteil. (B+)
Die Nummer 8 - Bürklin - war für mich aufgrund seiner "deutschen Nase" am einfachsten zuzuordnen, gelbe vollreife Früchte spielen mit exotischen und grünen Aromen, ich vermisste hier die Mineralik, Martin meinte, er präsentierte sich phenolisch und war nicht in Topform. (B)
Die Nummer 1 - Tissot - etwas reduktiv am Gaumen, deutliche Gummispuren, im Mund noch sehr hefig, süßlich und feinkörniger Abgang. Vielleicht einfach zu jung. (B-)
Die Nummer 3 - Gauby - kenne ich einigermaßen, meine 2 Flaschen hab' ich bewußt ganz hinten im Keller gelagert. Ich weiß wirklich nicht, ob der Wein jemals aufmachen wird, sehr rauchig, deutliches Tannin, "furztrocken", kraftvoll. So kenne ich den Wein und so macht er mir keinen Spaß. (B--)
Das erste Problemkind war die Nummer 5 - Maule, die Flasche hat wohl eine Nachgärung erwischt und war sehr unharmonisch. Am besten gefiel mir noch die Struktur, aber ich vermisste jegliche Identität. (C+)
Nichts anfangen konnte ich mit der 4 - Cornelissen, ein archaischer Wein, der das Winemaking (späte Lese, Vergärung Stiel und Stengel, Ausbau in Amphoren) erkennen lässt, sonst aber auch nichts. Eine anfangs hochspannende Nase wird im Mund durch fehlerhafte Aromen abgewürgt. (C+ (für die Nase))

Erstes Fazit, und die Bestätigung von Martins Gedanken: Der Ausflug oder Trend zu extremen Naturweinen ist verkehrt, Weinbereitung ersetzt Herkunft, und das geht mit Chips und Staves viel einfacher. Bei allem Ehrgeiz darf der Spaß, die "Sinnlichkeit" im Wein nicht verloren gehen. Interessant und durchaus nachvollziehbar waren die Rückschlüsse auf den Boden. Aber jetzt ihr.

Ciao
Peter


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BeitragVerfasst: 14.04.2008, 22:26 
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Registriert: 23.02.2005, 18:30
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Salut.

Aus meinen Notizen folgende Anmerkungen:

1. Les Graviers,mit Apfel und Quitte gummiert, etwas "käsig" , im Abgang leicht bitter
2. Soula, auch bei mir ein favourite, saftig, mineralisch, hinten heraus etwas salzig, sicherlich passend zu so manchem Fischgericht
3.Gaubys vielles vignes buttrig, cremig, etwas fassig und trocken - wohin geht die Reise ?
4. MunJebel, grün (mit Stiel und Stängel), wenn man ´s positiv formuliert auch frisch, nachgärend eine bakteriologische Zeitbombe
5. Pico bianco, auch hier Nachgärungsgeschmack, Apfel mit ein bißchen Rauchspeck, Struktur habe ich hier n.b. gefunden
6.Clos Marie, ein wenig verbranntes Gummi, Kaffee, mineralisch, langes Hefelager "schmeckbar", frisch, Kalk auf der Zunge, spannend und anregend
7. wie Peter V. auch: das Hochlicht der Probe, der Foucault, leicht buttrig, viel Creme, wirklich mundausfüllend - werde ihn ´mal mit einem Huet direkt vergleichen, der auf mehr Lehm wächst, während dieser chenin blanc hier Kalk und Tuff als Grundlage hat
8. Bürklins´Riesling - da lag ich in der Bewertung voll daneben, da es hieß, es gebe keine Rieslinge in der Probe, also ausnahmsweise der Deckmantel des Schweigens über meine Notizen............

Herzliche Grüße

Peter


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BeitragVerfasst: 15.04.2008, 20:23 
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Moderator "Wissen u. Wissenschaft"

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Beiträge: 484
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Endlich komme ich auch dazu, meine Notizen hier ins Forum zu stellen. Sorry, dass es so lange gedauert hat, aber in Umzugszeiten gibt es ja auch immer viel zu tun :ni , zu entdecken :h , mit, naja, emotionalen Hochs (Schlendern durch Bornheim) und Tiefs (mit dem Rennrad auf der Friedberger Landstraße). Anyway, ich habe eine schöne Wohnung, die schon fast eingerichtet ist und bin daher froh, so schnell nicht wieder umziehen zu müssen.
Zu den Weinen - im allgemeinen:
Bisher fand ich die "Naturweine" ja durchweg spannend, auch gar nicht unbedingt anstrengend. In so konzentrierter Form allerdings sticht doch eine Eigenschaft hervor, die mir so gar nicht gefallen will: der ähnliche Ausbau hat etwas sehr Nivellierendes (oder kann haben). Es scheint mir dabei weniger die Spontanvergärung zu sein - die setzt Reinhard Löwenstein auch ein, und er schafft es wie wenige, seine Terroirs sprechen (klingen) zu lassen - sondern eher den z.T. langen Kontakt zu Traubenhäuten und -stengeln. Das gibt den Weinen eine harte, kurze Gerbstoffstruktur, der ich auch nicht grundsätzlich negativ gegenüberstehe: z.B. Henriks Weißweine weisen auch deutliche Gerbstoffe auf, die tragen aber die Struktur und wirken balancierend zu Säure und Süße. Werden aber diese Tannine texturbestimmend, wie bei manchen der verkosteten Weinen, überdecken sie andere Informationen im Wein, namentlich das Terroir (hier gehe ich nicht ganz konform mit einigen Vorschreibern). Denn im Unterschied zur Traubensorte, die häufig über die Nase charakteristisch zu erkennen ist, ist das Terroir immer auch texturprägend. Wenn die Traubensorte eines Weins nicht mehr zu erkennen ist – das darf, muss aber nicht so sein. Wenn aber das Terroir verschleiert wird, hey, das ist nicht meine Welt. Ich fühlte mich zum Teil erinnert an unsägliche Barriqueexzesse der 90er Jahre. Das Thema ist im Qualitätsweinbau ja durch, und so müssen die Winzer wohl bei Tanninen in Weißweinen (v.a. aus den Stengeln) einfach auch noch etwas Fingerspitzengefühl entwickeln. Ein spannendes Werkzeug (s.o.), so lange es nicht den Rest zukleistert. Wenig Schwefel ist ja eigentlich genau mein Ding, aber ganz drauf zu verzichten (Mun Jebel, Pico) scheint nicht gerade erfolgsversprechend zu sein. Der Pico hatte immerhin eine schöne Textur.
Die Ausnahmen:
Ja, hier kann ich mich Peter & Peter nur anschließen, Nr. 7 war toll. Die Cremigkeit, die den Wein aber aufgrund der Säure nicht müde machte, das hat richtig Spaß gemacht. Hier wäre sogar die Traubensorte zu erkennen gewesen (reife Äpfel, Lindenblüte); dass ich daneben lag (Chardonnay aufgrund der Textur), macht ja nichts. Schließlich musste ich mich auch noch parallel auf eine Olivenölverkostung konzentrieren und dem Smalltalk wollte ich mich auch nicht entziehen.
Nr. 6, Manon blanc, wusste auch mich mit seiner Cremigkeit zu überzeugen. Und – ja, selbst ich habe gemerkt, dass der Wein von Kalkböden kommt. Sollte der Wein gut reifen können (was ich vermute), dann werden aus dem Böckser mal schöne Röstaromen.
Den Arbois „Les Gravieres“ (Nr. 1) habe ich aus der Probe auf der Hausmesse etwas schöner in Erinnerung, diese Mischung aus Single Malt, Jod, Rauch, käsig und Kalk war spannend, aber auch anstrengend.
Mein Resümee dieser Runde: Nicht alles, was in den letzten 3000 Jahren an Fortschritten im Keller erzielt wurde, war schlecht. Das Experimentieren allerdings mit alten, vergessenen Methoden ist spannend und kann, entsprechendes Fingerspitzengefühl vorausgesetzt, den Weinen zusätzliche Komplexität verleihen.
Clos Marie Metairies du Clos 99, 00, 01, 04, 05: 2004 gefiel mir am besten aufgrund der feinen Gerbstoffe und der Frische des Weins. 1999, der mir bei anderen südfranzösischen Weinen in jungen Jahren meist besser gefiel als die vermeintlich besseren, aber auch üppigeren 1998 und 2000, scheint auch bei diesem Wein über dem Zenit zu sein. 2001 ebenso. Der 2005er gefiel mir noch einen Tick besser als der Wein des Jahres 2000. Ob die beiden jüngsten Jahrgänge aufgrund der Umstellung auf Biodynamik die – für mich – schönsten waren, weiß ich nicht, vieles spricht dafür. In einigen Jahren, wenn man auch die Reifung der 04er und 05er beobachten konnte, wird man dies sicherer beantworten können.

Insgesamt ein toller Abend, zu dem auch besonders unser „Privatkoch“ beigetragen hat.

Viele Grüße
Dirk

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"To those who spit! Poor sods!"


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